Presse

Kritik zum Projekt "CBBP + Live-Elektronik"
im E-Werk Freiburg am 1. März 2005



Glanz des Kollektivs

Das Contemporary Bigband Project in Freiburg

Bigbands im 21. Jahrhundert sind meist keine kontinuierlich arbeitenden Einheiten, sondern werden von Fall zu Fall zusammengerufen. Das der hiesigen Regio verbundene Contemporary Bigband Project tritt immer wieder zusammen, um neue Arrangements und Kompositionen zu erproben. Seit fünf Jahren ist seinem Spiritus Rector Stefan Merkl daran gelegen, "den Klangkörper Bigband neu zu definieren".

Jetzt tat er dies wieder mit neuem Programm im fast ausverkauften großen Saal des Freiburger E-Werks. Die aus der Swing-Ära herübergerettete Besetzung schimmert zwar nachhaltig durch, doch zeitgenössisch ist diese Bigband allemal. Nicht nur, dass alle Kompositionen den eigenen Reihen entspringen, also der Jetztzeit. So unterschiedlich die Mentalitäten der Musiker, so vielfältig das musikalische Material: von subtilem Swing bis donnernder Rock-Maschine, von getragenen Balladen bis zu frei improvisierten geräuschhaften Passagen. Einmal gar werden sämtliche Jazz-Standards außer Kraft gesetzt, wenn aus dem Augenblick heraus stakkatohafter Rap sich frech mit dem Bariton streitet.

Zeitgenössisch ist auch die dezent eingesetzte Live-Elektronik. Völlig fern von vorlautem Techno-Dröhn dienen Ringmodulator oder Vokoder äußerster Transparenz und feinen Klangabstufungen. Das Contemporary Bigband Project ist ein Unternehmen, das weniger solistisch, sondern kollektiv glänzt. Bis kurz vor Mitternacht hielt sich die Spannung.

Reiner Kobe
(Badische Zeitung, 03.03.2005)


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