The Contemporary Big Band Project | |
PresseKritik zum Auftritt in derLederfabrik Endingen am 20.07.2002 Ohrwürmer, erfrischend lebendig"Contemporary Big Band Project" in der Endinger Lederfabrik: Ein spielfreudiges EnsembleENDINGEN. Man hört es schon beim ersten Ton: Hier sind Musiker am Werk, die Freude an ihrer Arbeit haben. Am Samstagabend in der Endinger Lederfabrik eröffnete das "Contemporary Big Band Project" ihr Programm mit dem Lied "Guantanamera", einem bekannten Lied in unbekanntem Gewand, neu arrangiert von Dirigent Stefan Merkl. Das Fundament, die eingängige Melodie, ist gleich geblieben. Darüber hat Merkl mit seiner Band einen eindrucksvollen Klangteppich gelegt, emotional, harmonisch und verspielt, ohne dass sich die Musik in kompositorischen Spielereien und Manierismen verliert. Das kann man auch über die anderen Songs sagen, alle länger als fünf Minuten, zwar viele von der Sorte "hat man schon einmal irgendwo gehört" - aber doch noch nie so, noch nie in einer solchen Version. Sie klangen bekanntlich und doch irgendwie anders, erfreulicherweise erfrischend anders. Das gilt für den von Brad Wheeler arrangierten Song "Afrocentric" ebenso wie für "Fragile", im Original ein Rocksong von Sting, hier als entspannte, lockere Jazznummer. Die 18 Musiker beherrschen ihr Handwerk. Sie spielen sicher, aber nicht abgeklärt, routiniert, aber nicht gelangweilt, mit viel Elan, Engagement und Liebe zur Musik. "Contemporary Big Band Project" - der Name des Ensembles rührt daher, dass Dirigent Stefan Merkl großes Augenmerk auf das zeitgenössische Element legt. Diese Absicht hört man der Musik auch an: Da wird nicht der "goldenen Zeit" der Big Bands in amerikanischen Musikclubs nachgetrauert, sondern nach heute geblickt, ins Hier und Jetzt, wobei sich durchaus auch einmal moderne Einflüsse in den Arrangements verlieren dürfen. Stefan Merkl kann aber nicht nur dirigieren und arrangieren, er glänzt auch als Komponist, so zum Beispiel beim Stück "Sly Punk": Musik, in die man sich verlieren kann, vielseitig und facettenreich. Ebenfalls beeindruckend: Der Gesang des jungen Sängers Dominik Jäckel, der sich nahtlos und harmonisch in den Klangteppich der Big Band einfügte. Mag sein, dass es kaum noch Big Bands gibt, doch am Samstagabend in der "Lederfabrik" bewiesen Dirigent Stefan Merkl und seine rund 20 Musiker, dass dieses musikalische Prinzip noch lange nicht überholt ist, sondern leben kann. Patrik Müller (Badische Zeitung Kreis Emmendingen, 24.07.2002) |
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