The Contemporary Big Band Project | |
PresseKritik zum Auftritt im LahrerStiftsschaffneikeller am 14.07.2001 Reich an Variationen und KlangfarbenDas "Contemporary Big Band Project" überzeugte im Stiftsschaffneikeller / Spielfreude übertrug sichDie Jazzliebhaber kamen am Samstag beim Konzert des "Contemporary Big Band Projects" im Stiftsschaffneikeller voll auf ihre Kosten. LAHR. Das geplante Konzert im Stadtpark musste wegen des schlechten Wetters ausfallen und hätte der 19-köpfigen Band sicher noch mehr Zuschauer gebracht. Aber diejenigen, die sich in den Keller begeben hatten, konnten gut aufgelegte Musiker mit einem tollen Programm und einer vorzüglichen Akustik erleben. Reich an Variationen, Klangfarben und ausgesprochen stimmigen Soloparts hätte die Band ebenso gut beim Zeltmusikfestival in Freiburg aufspielen können, wo auch der größte Teil der Musiker lebt und arbeitet. Dass die Band sich dabei nur für drei Tage an einem Wochenende im Jahr trifft, um die Stücke für die etwa vier Konzerte einzuüben, ist dabei um so erstaunlicher. Innerhalb von zwei Monaten werden die Konzerte gegeben, und dann geht jeder der Musiker wieder seinen eigenen Wege. Im Stiftsschaffneikeller war davon überhaupt nichts zu spüren, im Gegenteil: Ständig zu Späßen aufgelegt, zeigten die Musiker ihre Spielfreude, was sich nahtlos auf das Publikum übertrug, das auch mit Szenenapplaus nicht geizte, wann immer ein Part besonders gelungen war - und das kam häufig vor. Wie der Dirigent Stefan Merkel erläuterte, hat man sich im dritten Jahr des Zusammenspiels auf lateinamerikanischen Jazz geeignet. Bekannte Stücke wurden völlig neu von einzelnen Bandmitgliedern arrangiert oder selbst komponiert, so dass immer der eigene Charakter der Band aus jedem Stück hervorstach. Der Projektcharakter der Band macht es vielleicht auch aus, dass immer alles frisch und nie herunter gespielt wirkt. Bei einem Stück, das Joe Henderson, gewidmet ist, stach Holger Rohn mit seinem Saxophon als Solist hervor, der mit nuancierter Leidenschaft seinem Instrument immer wieder emotionale Töne entlockte. Ralf Baumann, ebenfalls Saxophon, zeigte im nächsten Stück eine andere Seite dieses großen Jazzinstrumentes und begeisterte mit seiner Freejazzeinlage die Zuhörer. Mit dem Titel "Dos Gardenias" aus dem Film "Buena Vista Social Club" konnte die Band ihren gesamten Klangkörper ausspielen, ob Trompete, Saxophon, E-Gitarre, Percussions oder Drums, jedes Instrument kam zu seinem Recht, und eine südamerikanische Atmosphäre wehte plötzlich durch den Keller. Dieses schöne Stück setzte mit der darauf folgenden Interpretation von "Guantanamera", die so sicher noch nicht an die Ohren der Zuhörer gelangt war und noch einmal das variationsreiche Spiel und die Möglichkeiten der Band zeigte, den Schlusspunkt eines mehr als hörenswertes Konzerts im Stiftsschaffneikeller. Lahrer Zeitung, 16.07.2001 |
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